Mit Business Intelligence zur Data Driven Company

30. September 2021

Embedded Analytics sichert Unternehmen einen echten Wissensvorsprung

Das ist schon eine alarmierende Zahl: 62 Prozent der Business User sagen, dass relevante und kontextbezogene Daten wichtig für ihre Arbeit sind, aber nur 13 Prozent von ihnen haben Zugriff darauf. Mehr als die Hälfte der Befragten findet Echtzeitinformationen elementar, aber nur ein Bruchteil arbeitet damit. Das sind die Ergebnisse einer von der SAP beauftragten Studie, durchgeführt vom Magazin „Harvard Business Review“. Grund für den schlechten Informationsfluss: operationale und analytische IT-Systeme arbeiten klassischerweise voneinander getrennt. Business User können dadurch entweder gar nicht oder nur über Umwege auf Analysen zugreifen.

Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts, das weiß man schon seit mehr als zehn Jahren. Das gilt nicht nur für Facebook und Google, sondern längst auch für Maschinenbauer und Pharmakonzerne. Moderne Industrieunternehmen haben heute so viele und so granulare Daten zur Verfügung wie noch nie. Doch Daten nur zu sammeln, bringt noch keinen Mehrwert, die vorhandenen Informationen müssen jeweils aktuell, aussagekräftig und auf den jeweiligen Kontext bezogen aufbereitet werden. Nur dann erleichtern sie strategische Entscheidungen und versprechen einen Wettbewerbsvorteil. Und genau das findet vielerorts einfach nicht statt. Immer noch nicht. Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erarbeiten sich zu wenige Geschäftsimpulse und strategische Erkenntnisse aus Daten.

 

Eine ganz neue BI-Architektur

Die Ausgangssituation ist heute in vielen Unternehmen ähnlich. Die Transaktionen laufen über das ERP-System und das Reporting findet im Business Warehouse (BW) statt. Durch diese Trennung gibt es eine gewisse operationale Komplexität, weil die Daten zunächst mit Hilfe von ETL-Prozessen in geeignete Datenmodelle übernommen werden müssen – und das ist relativ aufwendig und hat im Geschäftsalltag einige Nachteile.

Im Zuge der Digitalen Transformation, vor der viele Firmen jetzt stehen, wachsen beide Bereiche nun viel enger zusammen. Und das ist dringend notwendig. Meine Botschaft an die Firmen: Wer sich jetzt mit dem Umstieg auf S/4HANA auseinandersetzt, sollte sich frühzeitig mit dem Thema Analytics befassen und seine künftige BI-Architektur gleich mitdenken! Wer ein Zielbild hat, tut sich mit den nächsten Schritten leichter. Denn: mit Embedded Analytics in S/4HANA gibt es eine Fülle an neuen Möglichkeiten, die man auf jeden Fall ausschöpfen sollte.

Viele Kunden fragen mich: Wir haben mit S/4 schon genug zu tun, können wir das Thema BI nicht erstmal vertagen? Ich rate dringend davon ab. Was wäre die Folge? Sie fahren drei Jahre lang ein aufwendiges Transformationsprojekt, das die ganze Organisation beschäftigt und Hunderte oder manchmal sogar Tausende von Anwendern in Atem hält und am Ende sieht der Anwender im Bereich Reporting: Nichts! Er muss mit den gleichen Tools arbeiten wie zuvor und der Mehrwert ist eher gering. Das wäre suboptimal und demotivierend.

Meine Botschaft: Wer sich jetzt mit dem Umstieg auf S/4HANA auseinandersetzt, sollte das Thema Analytics gleich mitdenken.

Jens Rohlf

Consulting Director

Zurück zum Thema Zusammenwachsen von Transaktion und Reporting: Wodurch wird es möglich? Erstens, durch die HANA-Datenbank, die dank ihrer In-Memory-Technologie einfach deutlich schneller und flexibler arbeitet und Daten in Echtzeit ausspucken kann. Zum Zweiten haben wir die Fiori Apps als Frontend im Browser. Und im Hintergrund gibt es zudem ein neues technisches Element, das sind die Core Data Services der SAP, das sind HANA-Views, die es Business Usern ermöglichen, sehr flexibel auf neue Reporting-Anforderungen zu reagieren. Das heißt, man kann Realtime-Reporting mit Excel (Analysis for Office) auf der S/4-Datenbank machen oder mit der SAP Analytics Cloud (SAC) spezielle Berichte direkt auf Basis der Daten im S/4 erstellen. Vorteil: CDS liefern ein einheitliches Datenmodell für alle Anwendungsbereiche, egal ob transaktional oder analytisch. Man kann also sagen: CDS vereinfachen die Datennutzung eines Unternehmens sehr stark.

Von den Standard Analytical Apps existieren ungefähr 500, die SAP schon ausliefert und von den CDS-Views für das Reporting gibt es nochmal 400 − das ist also ein riesengroßer Strauß an Funktionalität, der hier im Rahmen von S/4 mitgeliefert wird. Nicht zuletzt gibt es mit S/4 auch die Möglichkeit, selbst analytische Apps zu entwickeln. Damit sind Unternehmen künftig in der Lage, ihr Reporting auf ein ganz anderes Niveau zu heben – und das mit einem vergleichsweise überschaubaren Aufwand.

 

Jederzeit Zugriff auf relevante Daten

Die Führungsebene der meisten Unternehmen stuft Business Intelligence und Analytics mittlerweile als geschäftskritisch ein. Angesichts dynamischer, globaler Märkte, sich schnell ändernder Geschäftsmodelle, ständig neuer Wettbewerber und dem Wandel weg von der produzierenden Industrie hin zur Dienstleistung braucht es eine deutlich bessere und schnellere Entscheidungsunterstützung als bisher. Und das ist genau das, was Embedded Analytics liefert. Die Informationen sind schon im Unternehmen vorhanden, irgendwo. Es gilt, sie nutzbar zu machen. Jeder Bereichsleiter, jeder Topentscheider muss Zugriff bekommen, an jedem Standort. Wer konkurrenzfähig bleiben will, muss eine Data Driven Company werden! Das muss jedem klar sein.

Übrigens: das BW wird nicht verschwinden, das brauchen Sie auch weiterhin, es wird künftig aber etwas anders genutzt. Komplexe Datenaufbereitung für Reportingzwecke etwa ist in S/4 nicht so ohne weiteres zu machen. Dafür braucht man das BW. Weiterhin wird es für die Integration von Daten aus verschiedenen Datenquellen und die Abbildung von Snapshot-Szenarien benötigt. Spannend ist auch die Entwicklung der SAP Data Warehouse Cloud (DWC), die das BW ergänzen und künftig vielleicht auch ersetzen kann. Doch dazu später mehr.

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Jens Rohlf

Consulting Director

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